Schritt für Schritt

Pflegegrad beantragen.

Ein Pflegegrad öffnet den Zugang zu Pflegekassen-Leistungen — je nach Pflegegrad und Versorgung von ~ 3.000 € (PG 1) bis zu über 60.000 € (PG 5) pro Jahr. Hier erklären wir den Prozess.

01

Antrag bei der Pflegekasse stellen

  • Rufen Sie Ihre Pflegekasse an (Nummer auf der Krankenkassenkarte) oder stellen Sie den Antrag schriftlich bzw. online.
  • Die Pflegekasse ist gesetzlich verpflichtet, den Antrag entgegenzunehmen — Sie brauchen kein Formular.
  • Notieren Sie das genaue Datum der Antragstellung. Ab diesem Datum läuft die Frist (25 Werktage).
  • Tipp: Beantragen Sie gleichzeitig Pflegegeld, Sachleistungen und den Entlastungsbetrag — das spart Zeit.

02

Begutachtung durch den MD vorbereiten

  • Der Medizinische Dienst (MD) kommt zu Ihnen nach Hause oder ins Heim.
  • Geprüft werden 6 Lebensbereiche: Mobilität, Kognition, Verhalten, Selbstversorgung, Krankheitsbewältigung, soziale Teilhabe.
  • Führen Sie ein Pflegetagebuch für mind. 1–2 Wochen: alle Pflegehandlungen mit Uhrzeit und Dauer.
  • Legen Sie Medikamentenpläne, Arztbriefe und Befunde bereit.
  • Zeigen Sie ruhig auch „schlechte Tage" — der Gutachter will helfen, nicht prüfen.

03

Bescheid erhalten und Leistungen abrufen

  • Die Pflegekasse hat 25 Werktage Zeit. Bei Überschreitung: 70 € pro Woche Verzug.
  • Mit dem Bescheid werden rückwirkend ab Antragsdatum alle Leistungen gewährt.
  • Nicht einverstanden? Widerspruch innerhalb von 4 Wochen — bei über 30 % der Widersprüche wird der Pflegegrad angehoben.
  • Direkt nach dem Bescheid alle antragspflichtigen Leistungen aktivieren (Hilfsmittel, Wohnumfeld etc.).

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